Hochwinterliche Skihochtour auf die Wildspitze

Nachdem die Skitourensaison auf dem höchsten Gipfel Österreichs begonnen hat, geht es nun zum Zweithöchsten. Nach fünf Jahren ist mal wieder die Skihochtour auf die Wildspitze an der Reihe. Aber auch das ist eher eine Notlösung, mangels Alternativen, denn nördlich des Alpenhauptkamms denkt man bei diesem Wetter und diesen Temperaturen eher an Klettern als an Skitouren. Anders im hinteren Pitztal. Hier schaut es schon richtig nach Winter aus. Den Aufstieg verkürzt der Pitztalexpress, so wird daraus eine schöne Tagestour in hochalpinen Ambiente. Das Zwischenhoch ermöglicht wieder einmal beste Fernsicht, von den hohen Tauern bis zur Bernina. Die starken Niederschläge der Vortage versprechen aber auch pulvrige Abfahrtsfreuden. Für den Rückweg ins Tal wählen im Gegensatz zum vergangenen Mal den kurzen Aufstieg zum Mittelbergjoch und die Abfahrt via Notweg ins Tal. Wieder einmal eine wunderbare Tour, die allen Beteiligten eine große Freude bereitet hat.
SWC Skitourentage am Lucknerhaus / Kals
Wie nennt man einen, der schon im Herbst des Vorjahres weiß, wo im schneearmen Februar die besten Skitourenbedingungen herrschen? Hellseher? Könner? Na ja, wohl eher Glückspilz. Als solche fühlen wir uns, als wir uns mit insgesamt 16 SWC-Skitourengehern in Richtung Großglockner aufmachen. Die Vorhersagen sind noch nicht so vielversprechend. Die Piktogramme zeigen Wolken mit leichtem Schneefall, dahinter lugt eine Sonne raus. Angekommen am Lucknerhaus ist noch nicht viel von der Sonne zu sehen, allerdings ist alles frisch verschneit, was uns auch nicht stört. Es steht auch nur eine Aufwärmtour mit LVS-Training auf dem Programm. Auf zum Berger Törl und der Glorerhütte! Im Nebel vertraue ich auf meine Nase und siehe da, plötzlich stehen wir vor der Hütte. Wie sich in den kommenden Tagen zeigen sollte, funktioniert das mit der Nase nicht immer so gut.

Wolken auf dem Weg zur Glorerhütte
Silvester in Hochfügen
Endlich haben wir es geschafft und Silvester in den Bergen verbracht. Zusammen mit der Jugendausfahrt des SWC haben wir ein paar nette Skitage verbracht. Donnerstag und Freitag sind wir bei bestem Wetter vor den Skifahrermassen auf den Pisten ins Gelände geflohen. Zwar waren die angegeben 105cm Schnee leicht übertrieben, aber wir sind trotzdem auf unsere Kosten gekommen. Mittags hatten wir jedes Mal Glück auf der neuerrichteten Wedelhütte eine Platz zu ergattern.

Vor der Wedelhütte
Den Jahreswechsel dürfen wir bei sternenklarem Himmel, Vollmond und einem prächtigen Feuerwerk genießen. Ein bisserl zu dünn angezogen bin ich und habe leider auch meine Kamera auf unserem Zimmer liegen gelassen. Jetzt gibt’s halt keinen Fotobeweis.
Auch keine Fotobeweis gibt es von den Verhältnissen, die am Samstag vorherrschen. Über Nacht setzt Schneefall ein und immer dickere Flocken fallen vom Himmel. Am Ende sind es ein guter halber Meter Pulverschnee vom feinsten. Die Skitourenpläne sind schnell über Bord geworfen. Zu wenig Sicht, zu viel Schnee als dass man Spaß am Spuren hätte und dann gibt es auch nur eine Abfahrt. Lieber nutzen wir die Liftkarte bis zum Umfallen. Wir können kaum genug bekommen vom weichen Weiß. Aber irgendwann sind wir platt und fallen mehr als dass wir fahren.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass es so weiter geht mit dem Schnee.
Hörnle Reibn (1.548m)
Nicht wie im Führer beschrieben von Süden, sondern vom Parkplatz der Hörnle Schwebebahn in Bad Kohlgrub starten wir unsere Hörnle Reibn. Zur Hörnle Hütte kommt man zu dieser Jahreszeit wohl am besten über den Pistenbereich, was die vielen Mitskitourengeher an diesem Samstagvormittag nur bestätigen. Von der Bergstation der Schwebebahn, hier handelt es sich um einen Oldtimer unter den Sesselliften, queren wir unterhalb des Vorderen Hörnles zum Mittleren.

Auf dem Weg zum Mittleren Hörnle
Schon auf diesem Weg bietet sich eine herrliche Fernsicht auf das Wettersteingebirge. (mehr …)
Arber-Rundreise (1.456 m)
Was machen, wenn nix geht? Zuviel Schnee gepaart mit Wind, Regen und Wärme lassen die Horrornachrichten aus den alpinen Regionen nicht abreißen. Keine guten Voraussetzungen für ein Tourenwochenende im Kleinwalsertal. Mittwoch ist dann klar, die geplante Skitour im Schwarzwassergebiet ist vertagt. Was und wer bleibt übrig für eine Rundreise um den Höchsten des Bayerischen Waldes? Schnell wird klar, die Gruppe ist sehr überschaubar. Zu dritt starten wir vom Brennes mit eine kurzen Abfahrt über die Mooshütte in Richtung kleiner Arbersee. Von hier geht es mäßig steil zum kleinen Arber.
Anstieg zum Kleinen Arber
Vorbei an bizarren Gestalten, die Wind und Eis in den Fichten formen, der Ursprung von Sagen und Märchen über Hexen und Waldgeister erschließt sich sofort. Wenn man von Süden den Gipfel des Großen Arbers ansteuert, kann man kaum glauben, dass sich nur wenige Meter weiter das größte Skigebiet im Bayerwald befindet. Erst als die Sendeanlagen aus dem Nebel auftauchen und aus dem Tal die Jodler von DJ Ötzi hallen, ist man wieder in der sogenannten Zivilisation angekommen.
Gipfel Großer Arber
Nichts desto trotz nehmen auch wir gerne die Infrastruktur an und stärken uns im Aberschutzhaus, bevor wir genüsslich zurück zum Auto schwingen.

