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SWC Skitourentage im Val Müstair

Ofenpass? Gefrierschrankpass ist das hier! Das Autothermometer zeigt -24°C, die Bildzeitung berichtet von historisch kalten -31°C auf der Alp Buffalora am Ofenpass.

Wie schon in den letzten beiden Jahren ist uns das Wetterglück geblieben. Sonnenschein, verschneite Berge, wunderbare Fernsicht, nur kalt ist es. Aber so richtig kalt. Der Schnee knarzt unter den Füßen, der Fellkleber zeigt nur noch wenig Wirkung, Kabelbinder brechen wie Streichhölzer und Edis Nase friert ihm fast ab. Zum Glück hat unsere Unterkunft, das Hotel Lamm in Taufers, einen großzügigen Spa-Bereich, bei knapp 110°C mehr als draußen tauen wir in der Finischen Sauna wieder auf.

Das Val Müstair ist ein Skitourengebiet par excelence – es bietet für alle Könnerstufen das geeignete Gelände. Wir starten am Donnerstag mit dem Munt Buffalora, dem Hausberg zur oben genannten Alp. Unmittelbar an der Nationalparkgrenze gelegen, bietet er uns einen Blick auf die Touren der kommenden Tage. Leider hat der Wind im oberen Teil sein Werk getan, so ist die Schneeauflage in Gipfelbereich ziemlich dünn. Gemeinerweise ist am Mittwoch noch ein wenig Schnee gefallen, so sind die Steine gut unter nur 5 cm Pulver versteckt. Die armen Skier. Trotzdem ein gelungener Einstieg.

Aufstieg Piz Dora
Aufstieg Piz Dora

Freitags geht es mit den Erfahrungen des Vortags bezüglich der Schneeverteilung auf der Piz Dora. Der Gipfelhang ist eine große ostseitige Rinne, die gut mit Schnee gefüllt ist. Alle 16 meistern die fast 1.300 Hm Aufstieg. Jürgen fährt mit seiner Gruppe direkt Richtung Norden ab. Meine Gruppe folgt weitestgehend der Aufstiegspur. Gerade der lichte Lärchenwald bereitet allen riesige Freuden. Aber vom Gipfel des Piz Dora habe ich noch eine mögliche Steigerung entdeckt: den Osthang des Piz Daint. Ideal geneigte 500 Hm Pulverabfahrt nach Tschierv. Das Ziel für den nächsten Tag steht damit fest.

Bei besagten -24°C laufen wir kurz unterhalb des Ofenpasses los. Über eine kleine Lichtung eine Rampe hinauf auf ein Plateau. Wir queren den Nordhang und gelangen so auf die Aufstiegsroute von der Alp Buffalora. Der letzte Aufschwung zum Gipfel wird noch etwas steiler. Kein Spaß für ein paar, deren Felle unmotiviert an den Skiern baumeln. Aber schlussendlich kommen doch alle oben an. Jetzt kommt die große Überaschung. Bei Windstille ist es in der Sonne am Gipfel so erträglich, dass wir eine richtige Gipfelrast machen können. Jetzt teilt sich die Gruppe. Der Großteil schwingt genüsslich nach Buffalora hinab.

Einfahrt Gipfelhang Piz Daint
Einfahrt Gipfelhang Piz Daint

Zu fünft geht es den Osthang hinab. Grinsend erreichen wir den Auslauf und sind fast geneigt die Felle noch Mal aufzuziehen. Einigen Spuren folgend verengt sich das Gelände immer weiter bis wir uns mitten in einem steilen Bachbett wiederfinden. Aber auch das meistern wir und erreichen Tschierv, wo wir schon erwartet werden. Anschließend geht es noch ins eiskalte UNESCO Welterbe, das Kloster in Müstair. Nach eine 60 minütigen Führung wollen aber alle nur noch in die Sauna.

Blick zurück
Blick zurück

Der auffrischende Wind macht am Sonntag den Plan zunichte, noch eine Abschlusstour am Reschenpass zu machen. Das kann uns aber die Freude über die zurückliegenden Tage auch nicht mehr nehmen! Die SWC Skitourentage 2013 sind schon wieder so gut wie ausgebucht…

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