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Urlaub in Zeeland

Urlaub in Zeeland

Nein, es muss nicht immer bergig sein, wenn wir in den Urlaub fahren. Wir können auch flach! Susanne plant schon seit längerem einen Urlaub in Zeeland, dem südwestlichen Zipfel von Holland. Ein wahres Paradies für Hundefreunde soll es hier geben. Weitläufige Strände hinter den Dünen, nicht nur „Hundestrand“ à la Italien. Wir lassen uns aber reichlich Zeit und entscheiden anhand des Wetterberichts, wohin es gehen soll. Aber die Wetterzeichen stehen günstig und so starten wir zu unseren nordwestlichen Nachbarn.  Last Minute haben wir noch ein Ferienhaus bei BHVK Leisure gebucht. Diesen Ferienhausvermieter in Burgh-Haamstede können wir nur auf’s allerwärmste Empfehlen. Bei der Ankunft in unserem Bungalow steht unter anderem schon eine Tüte mit lauter so nützlichen Dingen wie Schwamm, Geschirrspülertabs etc. bereit, außerdem bekommen wir ein Hundebegrüßungspaket. Die Abwicklung funktioniert ebenfalls reibungslos. So wünscht man sich das. Unser Ferien-Häuschen steht am westlichen Rand von Renesse. Dem Ort mit dem „ausgeprägtesten“ Nachleben in ganz Schouwen-Duivenland, allerdings nicht während wir da sind – gutes Timing… Von hier sind es 20 min bis an den Strand. Und was für ein Strand. Sandstrand soweit das Auge reicht und wir sind fast alleine.

Wir befinden uns hier im Delta von Rhein und Maas. Die Ortschaften sind meist ringförmig um die Kirche angeordnet. Auffällig ist die geschmackvolle Architektur und die sehr offen Bauweise mit vielen Fensterflächen. Die Holländischen Großstädte sind aber auch nicht weit. Bis nach Rotterdam sind es gerade mal 70km. Daneben gibt es aber auch viel Natur. Keine 10km entfernt liegt das Naturschutzgebiet Boswachterij Westerschouwen. Gerade in den frühen Abendstunden kann man hier eine Vielzahl von Tieren beobachten. Noch ein Tipp zum Thema Kulinarisches: Der Strand-Pavillon „Our Seaside“ in Renesse ist wirklich eine Empfehlung wert. Die Muscheln kommen direkt aus der Oosterschelde von Neeltje Jans, wo man übrigens auch einen netten Zwischenstopp in der Mitte des Oosterscheldedamms machen kann.

So verbringen wir hier ein Woche zwischen Entspannen, Fotografieren, Sightseeing und Essen…

 

 

Apropos Fotografieren, ich habe ein bisschen experimentiert:


Kroatien

Eine Nachricht an den Autoknacker: Dobar apetit! Ich hoffe es hat geschmeckt!

Das war’s dann aber schon mit den Unannehmlichkeiten in diesem Urlaub. Dass wir in diesem Jahr nach Kroatien reisen stand schon lange fest. Susanne hält im Frühjahr schon Ausschau nach geeigneten Ferienhäusern. Aber gebucht wird irgendwie nix. Zu unentschlossen bin ich wo es genau hin gehen soll. Der Kletterführer liegt wochenlang rum. Dann kommt die Idee auf, ob wir nicht doch lieber in den Nord wollen. Reiseführer für Südschweden werden bestellt und wieder zurück geschickt, Norwegen wird als neues Ziel auserkoren, mögliche Fährverbindungen gecheckt. Aber irgendwie dreht die Stimmung in der Woche vor Abfahrt wieder gen Süden.

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Cinque Terre

Nachdem wie 2012 den Jahresurlaub in Ligurien haben ausklingen lassen, starten wir dieses Jahr gleich mal dort. Wir haben insgesamt 11 Tage Zeit, davon sind sieben schon fix in einem Ferienhäuschen im Hinterland von Finalborgo. Die ersten vier Tage sind noch unbestimmt. So wälzen wir Reiseführer, durchforsten das Internet, trauern noch nicht gekauften Autos hinterher. Schlussendlich entscheiden wir uns aber für Cinque Terre. Vor über zehn Jahren hat mich ein Sportkatalog mit Bildern inspiriert, die mich bis heute von dem Wunsch beseelen, diese Landschaft zu bereisen. Der Empfehlung Vieler folgend, beziehen wir unser Quartier außerhalb der fünf Orte, ein Stückchen noch vor Levante in der Gemeinde Framura: Sostio a Levante. Ein kleiner Agriturismo mit eigenem Weinberg, schöner Anlage, netten Zimmern, zuvorkommenden Service und ausgezeichneter Küche. Eine absolute Empfehlung!

Sostio a levante

Sostio a levante

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Rocktrip Europe 2012

Nein! Nein! Nein! Das darf doch nicht wahr sein. Grade jetzt muss sich ein Genuatief breit machen. Quasi der Super-GAU für unsere Pläne: Klettern im Bergell, Hochtouren im Wallis und am Montblanc, wieder Klettern in Liguren. Da geht jetzt erstmal gar nix, außer vielleicht Wandern im Hartz. Steht aber nicht auf der Wunschliste. Mit immer schlechterer Laune werden hektisch Last-Minute-Angebote durchsucht, Wettervorhersagen verglichen, hin- und herüberlegt, aber so richtig passt uns das alles nicht. Kein vernünftiger Flug verfügbar, kein Klettergebiet in der Nähe, Mistral… Oh man!  Zum Haare ausraufen.

Genuatief

Genuatief Christine

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Bolivien 2011 – Pantanal

Zurueck aus dem Dschungel – fuenf Tage Sonne, Hitze, „dicke“ Luft, traumhafte Natur und viele Tiere haben gut getan! Nach unserer Ankunft auf unserem schwimmenden Hotel, der „Reina de Enin“ haben wir erst mal drei Stunden in der Haengematte geschlafen, ehe wir es geschafft haben, unsere Augen fuer die Natur rundum offen zu halten. Dominik hat dann beim ersten Abendessen noch unter staunenden Augen bewiesen, was so ein duerrer Europaer alles essen kann, und dann waren wir gaenzlich wiederhergestellt.

Reina de Enin

Reina de Enin

Wir haben Kanutouren und Wanderungen durch traumhafte Landschaften gemacht, unser Boot wurde immer wieder begleitet von Flussdelfinen, wir haben faszinierende Voegel und jede Menge Affen gesehen – kurz, unsere Erwartungen wurden voll und ganz erfuellt. Am Boot wurden wir richtig gut bekocht, so dass ich nun echt froh bin, dass wir dem Tipp, uns vor dem Hoehenbergsteigen 2 bis 3 Extra-Kilo als Reserve zuzulegen, nicht gefolgt sind… Dominik hat seinen Beitrag zum Abendessen durch ein paar geangelte Piranhas geleistet, waehrend ich mich als ueberzeugter Vegetarier darauf beschraenkt habe, die Fischlein mit meiner Angel zu fuettern. Versehentlich hat dann mal einer nicht schnell genug losgelassen, den habe ich aber wohlbehalten wieder in seine Lagune zurueck befoerdert (zugegeben war das auch ein Baby-Piranha und damit ohnehin nichts fuer die Pfanne…).

Piranha

Aber am Schoensten, am Schoensten ist es im Pantanal nachts. Aufwachen und vom Schiff aus den vielen Stimmen aus dem Dschungel lauschen, den Affen, den Voegeln, den Fledermaeusen, dem Prusten der Delfine rund um das Schiff, und den vielen unbekannten Stimmen, bei denen man nur erahnen kann, zu welchem Bewohner die wohl gehoeren…

Jetzt sind wir wieder zurueck in La Paz, die Luft ist duenn und kalt wie zuvor, aber daran sind wir mittlerweile ja gewoehnt. Immerhin sind wir hier von Moskitos verschont, jedes Sonnenuntergangs-Foto, das wir aus dem Pantanal mitbringen, haben wir uns dort wirklich hart erkaempft. Obwohl, „wir“ ist uebertrieben, den Dominik haben sie interessanterweise verschmaeht, die Biester…

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

So, nun brechen sie wirklich an, die letzten Stunden in Bolivien. Heute Abend nochmal Essen gehen, morgen dann noch ein paar letzte Einkaeufe erledigen und dann wieder fuer viele Stunden in den Flieger. Schoen war es hier, koennen Bolivien jedem nur Waermstens ans Herz legen, tolles Land und tolle Menschen!

Hafen

Freuen uns nun aber trotzdem auch schon wieder auf euch und auf zu Hause! Bis bald!


Bolivien 2011 – zurueck vom Illimani (6.440m)

Donnerstag, 16. Juni 2011

Nach tief durchschlafener Hotelnacht haben wir ihn uns eben vom Fruehstuecksraum nochmals angesehen, den Illimani. Gestern Frueh standen wir noch am Gipfel und haben bis zum Titicacasee geblickt. Ein ganz schoenes Stueck Arbeit, recht viel weiter und hoeher haette der Gipfel nicht mehr sein duerfen. Aber wir haben`s geschafft und sind auf unserem zweiten 6.000er gestanden.

Los ging`s am Montag mit dreistuendiger, abenteuerlicher Fahrt an den Fuss des Illimani-Massivs, bzw. zum letzten Dorf, zu dem eine Strasse fuehrt. Das sind gerade mal 80 km, davon aber 60 km unbefestigt, die durch einen Canyon und an steilen Abhaengen entlang fuehren.

Palka Canyon

Palka Canyon

Landschaftlich grandios, und die kleinen alten Busse (natuerlich ohne 4-Rad-Antrieb) wurden dank geuebter Fahrer sicher durch alle Loecher und Baeche gelenkt. Im Dorf Pinaya angelangt, wurden dann nach und nach von allen Seiten Pferde und Esel herangetrieben, die uns bis zum Basislager einiges an Gepaeck abgenommen haben. Der Zeltplatz selbst war einfach nur traumhaft – abends auf der einen Seite ein wunderschoener Sonnenuntergang, waehrend auf der anderen Seite – hoch ueber dem Illimani – schon der Vollmond aufgegangen war. Rund herum weidende Schafe und Lamas, und mittendrin nur wir in unseren paar Zelten, da war guter Schlaf fast schon garantiert.

Basislager

Basislager

Illmani

Illmani

Am naechsten Tag haben wir diese Idylle verlassen und sind zum Hochlager, dem sogenannten Kondornest, aufgebrochen. Aus dem Dorf kamen zur bestellten Uhrzeit einige Helfer, um sich durch das Tragen der Zelte und weiterer Utensilien ein Zubrot zu verdienen. Fuer uns eine sehr gute Investition und fuer das Dorf eine gern gesehene Job-Moeglichkeit. Zum Glueck hatten wir viel Zeit fuer die knapp 1.000 Hoehenmeter, die wir uns auch genommen haben. Auf 5.500m, so hoch liegt das Kondornest, kann sich der Koerper nicht mehr gut regenerieren, daher heisst es, moeglichst fit dort anzukommen. Unsere Zelte mussten wir nun auf dem Gletscher aufschlagen, da waren wir sehr dankbar um unsere gut isolierenden Downmats.

High Camp

High Camp

Viel haben wir diese und unsere Schlafsaecke dann auch nicht mehr verlassen, da es draussen schnell eisig kalt wurde und wir daher bemueht waren, alles warm zu halten. Ein paar Stunden „Ruhen“ und dann waren wir gestern um zwei Uhr Frueh dankbar darum, dass es endlich los ging. Bestens gefuehrt vom heimischen Bergfuehrer Hugo haben wir wieder unsere eigene Seilschaft gebildet. Der Illimani ist technisch anspruchsvoller als der Huayna, uns hat aber in erster Linie mal wieder die Hoehe unsere Grenzen aufgezeigt.

Gipfel 6.440m

Gipfel 6.440m

Ganz oben

Ganz oben

Abstieg

Abstieg

Weit haette er nicht mehr weg sein duerfen, der Gipfel, und kaelter haette es auch nicht werden duerfen. So haben wir es aber gerade noch gepackt und standen ziemlich fertig und zitternd (ich natuerlich vor allem, Frauen und Kaelte…) auf dem Gipfel. Der Abstieg war dann ab dem Hochlager deutlich entspannter als gedacht, kaum wird die Luft ein bisschen dicker, erinnert sich der Koerper zum Glueck auch wieder daran, dass er doch eigentlich gar nicht so unfit ist… Wie geplant sind wir gestern noch bis ins Hotel zurueck gefahren und muede und zufrieden in unsere Betten gefallen.

Gluecksvogel

Gluecksvogel

Heute Ruhetag in La Paz, mal wieder staendig begleitet vom Illimani, der hier beinahe von jeder Ecke aus zu sehen ist. Nun aber mit dem Unterschied, dass wir auch den Blick von oben kennen.

Morgen Frueh geht`s dann weiter in den Dschungel, ein paar bergfreie, gruene Tage mit hoffentlich vielen Tierbegegnungen (und damit meine ich nicht nur Moskitos…). Naechsten Mittwoch dann nochmal eine Nacht in La Paz, und dann geht´s wieder nach Hause. Aber bis dahin sind es noch ein paar hoffentlich weiterhin so spannende und schoene Tage hier in Bolivien.


Bolivien 2011 – Projekt Illimani (6.440m)

12. Juni 2011

Die Nacht im Hotel hat wirklich gut getan – haben endlich mal wieder durchgeschlafen, und das ziemlich lange… Waren dann in La Paz unterwegs, heute am Pfingstsonntag war dort ein Fest und Umzug nach dem anderen – ein bayerischer  Bockbier-Anstich ist nichts dagegen, wie´s hier bei den Festen zugeht. Haben fleissig Filmchen fuer die daheim Gebliebenen gedreht.

La Paz mit Illimani

La Paz mit Illimani

Ab morgen gibt´s dann fuer alle, die unsere Tracker-Aufzeichnungen online verfolgen, wieder Berg zu sehen. Haben uns nun doch alle entschlossen, den Illimani anzugehen. Wird aber eine deutliche Nummer haerter als der Huayna Potosi, in erster Linie, weil der Gipfel nochmals 400m hoeher liegt. Ausserdem sind die meisten von uns mittlerweile etwas angeschlagen. Bei mir ist gerade eine Erkaeltung im Anmarsch, hoffe noch auf naechtliche Schnellheilung. Morgen geht´s dann mit Esel-Unterstuetzung los zum ersten Zeltlager auf 4.500m, dafuer sind wir mittlerweile gut genug akklimatisiert, hatten ja schon einige Naechte auf dieser Hoehe. Uebermorgen schlagen wir die Zelte dann auf 5.500m im „Kondornest“ auf, dann hat man dann die Wahl: entweder gar nicht erst versuchen, einzuschlafen, oder Freude daran finden, direkt nach dem Einschlafen nach Luft schnappend wieder aufzuwachen. Der Gipfeltag ist dann am Mittwoch. Noch herrscht etwas Skepsis in der Gruppe, auch unser Fuehrer haelt sich aus Erfahrung mit Erfolgsprognosen zurueck. Am Huayna ist es ab 5.800m wirklich unangenehm geworden, am Illimani stehen uns zu diesem Zeitpunkt noch ueber 600 Hoehenmeter im 3-Sekunden-Schritt-Takt bevor (oh Mann ist das schoen in den Alpen, Herr seiner eigenen Kraefte, ich freue mich aufs Wiedersehen!). Wir haben aber wieder genug und wirklich top ausgebildete Bergfuehrer dabei, so dass jeder notfalls begleitet umkehren kann. In diesem Fall lassen wir den Gipfel Gipfel sein, der Illimani wird´s uns nicht uebel nehmen. Nach dem – hoffentlich – Gipfel steigen wir am Mittwoch voraussichtlich noch komplett ab, ueber 2.000 Hoehenmeter und ziemliche Horizontaldistanz (ergibt dann zusammen mit dem Aufstieg 13 bis 15 Stunden Gehzeit), danach vier holprige Autostunden zurueck nach La Paz, dafuer die Aussicht auf ein Hotelbett statt nochmals Zelt. Ich habe uns vorsichtshalber schon mal einen Traeger vom Hochlager aus organisiert, das laesst mein Stolz problemlos zu, unsere Ruecken danken`s und der Beauftragte ist froh um einen Job – daheim stehen die Chancen dann eh wieder gering, dass mich einer fragt, ob er was von mir tragen darf…

An dieser Stelle also nochmals Hasta luego, amigos, wir hoeren uns am Donnerstag wieder!
Eure Susanne und Dominik


Bolivien 2011 – Huayna Potosí (6.088m)

Samstag, 11. Juni

Melden uns erfolgreich zurueck! Sind eben zurueck ins Hotel in La Paz gekommen und haben jetzt nichts gegen fliessendes Wasser und saubere Betten. Das alles hatten wir ja seit Dienstag nicht mehr (allerding zugegeben auch nicht zu sehr vermisst, solange der eigene Schlafsack dabei ist…). Haben uns zu Akklimatisationszwecken dem Huayna Potosi zu Fuss genaehert. Traumhafte Landschaften, das Bergsteigerherz koennen das ewige Auf und Ab und die staubigen Berge aber gelegentlich etwas nerven, das ist dann schon mehr was fuer Trekking-Fanatiker… Man merkt, dass der Koerper beim Akklimatisieren einiges an Arbeit leisten muss.

Trekking

Trekking

Zeltlager

Zeltlager

Nach der auch schon nicht unanstrengenden Anreise aus Regensburg haben wir unsere Schlafhoehe von 3800m relativ konstant auf heute Nacht 5200m erhoeht, das geht (zumindest bei mir) nicht ganz spurlos. Das erste Mal so richtig gut habe ich mich interessanter Weise gestern im Hochlager gefuehlt, dafuer war das dann allerdings die erste Nacht, in der ich so gut wie gar nicht geschlafen habe, was allerdings wohl eine Kombination aus Aufregung (fuehle mich endlich gut, will jetzt los) und Hoehe war und in der Hoehe ohnehin kein Wunder ist. Heute dann bei Traumwetter auf den Gipfel, unser erster 6.000er! Es gibt einfach kaum etwas Schoeneres, als den Moment, wenn bei den Hochtouren die Sonne aufgeht!

Das Ziel - Huayna Potosí

Das Ziel - Huayna Potosí

Hochlager

Hochlager

 

Zum Glueck hat man dann auch meistens (so auch heute) schon etwas Strecke hinter sich und sieht zum ersten Mal, wie weit es noch ist. Tempomaessig muss man sich in dieser Hoehe im Vergleich zu den Alpen ganz schoen umstellen, im Schneckentempo gen Gipfel ueber einen uebrigens sehr schoenen und abwechslungsreichen Weg… Endlich auf diesem Gipfel zu stehen, war irgendwie schon etwas Ergreifendes fuer mich, warum auch immer (vielleicht hat auch einfach die Hoehe etwas meine Sinne vernebelt und die Sentimentalitaet gesteigert…).

Gipfelgrat

Gipfelgrat

Noch darf man allerdings kaum einen aus der (heute geschlossen erfolgreich!) Gruppe fragen, ob am Montag wie geplant der Illimani angegangen wird, jetzt sind alle erst mal ziemlich fertig. Mal sehn, wie’s heute Abend nach Pizza und Bier (darauf freuen wir uns schon seit Tagen) aussieht. Bei der Rueckfahrt vom Huayna wurden heute im Bus beim Anblick vom Illimani schon Stimmen laut, die meinten, dass der Berg sooo toll ja nun auch wieder nicht aussieht… Wie gesagt, mal sehn, was wir nach dem Ruhetag morgen sagen. Irgendwelche staubigen 5000er als Alternativprogramm reizen uns jedenfalls nicht. Wenn dann lieber noch was Anschaun (Bolivien hat ja noch einiges an Sehenswuerdigkeiten zu bieten). Wir haben auch schon ein paar interessante Berge mit Eiswaenden entdeckt, die sich als Tagestouren machen lassen, allerdings laesst sich das auf die Schnelle wohl nicht mehr organisieren. La Paz hat auch einen wohl sehr netten Klettergarten, haben dafuer allerdings leider keine Ausruestung dabei. Naja, es wird uns schon was einfallen, langweilig wird es uns hier jedenfalls sicher nicht! Am Donnerstag geht`s dann ohnehin weiter in den Dschungel, darauf freuen wir uns schon riesig! Gar nicht lange ueberlegen muessen wir bei unserem heutigen Rest-Tagesprogramm: Duschen, Hinlegen, Pizzaessen, Schlafen. Irgendwas muss ja auch mal einfach zu planen sein…

Friedhof mit Huayna Potosi

Friedhof mit Huayna Potosi


Bolivien 2011 – La Paz und Titicacasee

Mittwoch und Donnerstag, 1. und 2. Juni 2011

Jetzt geht’s los. Wir rechnen (zum Glueck zum ersten Mal) durch, wie lange die Reise Regensburg – La Paz dauern wird. Von Haustuere zu Hotelzimmer stehen uns knapp 36 Stunden bevor.

Frankfurt Flughafen – wir treffen bereits die ersten beiden unserer sechs Mitreisenden, was die uns bevorstehenden langen Warte- und Umstiegszeiten gleich etwas unterhaltsamer macht, da wir uns schon viel zu erzaehlen haben. Mit Verspaetung geht es nach Madrid – gaenzlich unkomfortabel und grauenhafte Seitenwind-Landung. Dank der Verspaetung sehen wir den Madrider Flughafen nur kurz, schon sitzen wir im Flieger nach Lima. 12,5 Stunden tiefste Nacht, wir fliegen mit der Dunkelheit mit und irgendwie verfliegen dann auch endlich die Stunden. Dank freundlichem LAN-Service auch halbwegs ertraeglich.

Lima in den fruehen Morgenstunden, fuenf Stunden Wartezeit. Hier treffen wir auch die naechste Mitreisende, was kurzfristig wieder fuer etwas Abwechslung sorgt. Mir ist mittlerweile schlecht und alles wankt. Auch ein paar Liegestuetzen koennen den Kreislauf nicht mehr retten. Der Flug Lima – La Paz dauert dank Umweg und Zwischenlandung in Santa Cruz statt 2 Stunden fast fuenf. Naja, mittlerweile auch schon egal. Der nette Flugkapitaen laesst uns in Santa Cruz auf einen Plausch in sein Cockpit, sichtlich erfreut ueber den Besuch. Ihm war offenbar genauso langweilig wie uns, nachdem er die schwierige Landung bei 25 Knoten Wind bravouroes gemeister hat. Ist ja auch ein Captain mit Zusatzausbildung, ohne die duerfte er in La Paz gar nicht landen. Nun also nur noch ein 1,5-stuendiger Katzensprung nach La Paz. Unausgeschlafen und schon etwas mitgenommen steigen wir in einem der hoechstgelegenen Flughaefen der Welt auf 4.100m aus dem Flieger. Schwankend und wankend wie nach mehrstuendiger Sturmschiffahrt schaffen wir’s durch Passkontrolle und Zoll. Unser netter und sehr kompetenter Reiseleiter Thomas wartet schon auf uns und bringt uns und unser Gepaeck (das es zum Glueck komplett nach La Paz geschafft hat) wohlbehalten ins Hotel. Nur schnell die Zimmer beziehen, und schon geht’s ein paar Strassen weiter zum Essen. Das haben wir jetzt dringend noetig. Dominik missachtet meine Warnungen und rutscht nach dem zweiten kleinen Bier fast unter den Tisch. Irgendwie schafft auch er es noch zurueck ins Hotel und um vier Uhr Frueh deutsche Zeit fallen wir in unsere Betten. Etwas Kopfweh in der Nacht, sonst aber nach ein paar Stunden Schlaf fast schon wieder hergestellt.

Freitag, 3. Juni

Nach einem staerkenden Fruehstueck geht’s mit Thomas und unseren durchwegs sehr angenehmen Mitreisenden auf Stadtrundgang. Stuendlich geht’s uns besser und wir fuehlen uns schon wieder ziemlich fit.

La Paz

La Paz

La Paz ist eine lebendige Stadt. Die erdigen, blassen Farben der Haeuser und des Lands werden durch die farbenfrohen Staende, die die Strassen saeumen, und die bunt gekleideten Indigenas mehr als wett gemacht. Die Menschen hier sind arm, aber finden durch ihre kleinen, vielfaeltigsten Verkaufsstaende oder als Schuhputzer ein meist recht wuerdiges Auskommen. Insbesondere die Frauen pflegen einen sehr herzlichen Umgang miteinander und die alten Menschen werden meist sichtlich geachtet. Wir sehen auch sehr arme Menschen, die bettelnd am Strassenrand sitzen und scheinbar sehr wenig Perspektiven haben. Laut Thomas bildet sich in Bolivien mehr und mehr eine gesunde Mittelschicht – hoffen wir, dass diese Entwicklung weiter vorangeht.

 

Bus

Bus

Samstag und Sonntag,  4. und 5. Juni

Wir sind zurueck vom Titicacasee, landschaftlich sehr beeindruckend und mit bestem Panoramablick auf die Cordillera Real. Nach einem Ausflug auf die Isla del Sol, deren Bewohner durch die Touristen schon ganz schoen „verdorben“ sind, haben wir gestern eine erste Mini-Akklimatisationstour von Copacabana aus unternommen und haben heute einen 4.000er bestiegen. Allerdings kann man sich schon fragen, was so reizvoll daran ist, 4.000er-Huegel hochzukeuchen, wenn man das ganze daheim viel spannender haben koennte. Genauer gesagt frage nur ich mich das, und ich bemuehe mich auch, mir diese Frage schleunigst abzugewoehnen. Wer auf einen (oder genauer zwei) 6.000er will, muss da durchhatschen. Die beiden „Gipfel der Begierde“ strahlen uns uebrigens in den letzten beiden Tagen fast durchwegs sehr eindrucksvoll entgegen, dem Illimani-Blick entkommt man auch in La Paz an kaum einer Stelle. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Anstiege. Vom Flugzeug aus konnten wir den Illimani-Gletscher schon bestaunen, sieht so aus, als haetten wir da einen ganz interessanten Gipfel vor uns! Hoffen wir, dass die Akklimatisation mitspielt! Aber wir haben ja noch einige Tage zur Vorbereitung. Morgen geht es auf den ersten 5.000er, immerhin 800Hm, was man sich hier oben schon erst mal erschnaufen darf. Ich muss mich jedenfalls schleunigst von der Idee verabschieden, hier aehnlich munter hochzusteigen, wie zu Hause. Bisher geht es aber allen in der Gruppe sehr gut, alle haben das gleiche Tempo, und mit allen macht es wirklich Spass.

Titicaca-See

Titicaca-See

Abendstimmung Titicaca-See

Abendstimmung Titicaca-See

Bolivien ist uebrigens ein Einkaufsparadies! Hier tut man sich wirklich nicht schwer, viele schoene Mitbringsel einzukaufen. An den Staenden kann man beliebig stoebern, ohne belagert zu werden, was meine Kauflust deutlich steigert. Zumal ich der Meinung bin, dass wir die Bevoelkerung als Touristen schon etwas unterstuetzen sollten, uns das faellt bei den vielen schoenen Sachen, die hier angeboten werden, (und dem Essen!) wirklich nicht schwer. Was wir zumindest aus unseren Erfahrungen aus La Paz und Copacabana uebrigens definitiv nicht bestaetigen koennen, ist, dass die Bolivianer ein sehr misstrauisches und Touristen gegenueber nicht sehr freundliches Volk waeren. Man kann hier durchaus viele Laecheln ernten. Einzige Ausnahme: Die Isla del Sol. Hier wird schon den Kindern eingeimpft, dass man von den Touristen fuer nichts Geld bekommen kann…

Montag, 6. Juni

Der ungeliebte 4000er gestern hat seine Wirkung gezeigt, hoch steigen und tief schlafen hat die Sauerstoffsaettigung anstaendig nach oben und den Ruhepuls  nach unten getrieben, so dass wir heute guter Dinger Richtung 5000er gestartet sind. Das war dann auch schon deutlich mehr Berg und  dank fortgeschrittener Akklimatisation konnten wir Auf und Abstieg heute geniessen. Vom Gipfel aus konnten wir die Route auf den Huayna Potosi schon gut einsehen. Morgen geht’s los, drei Tage Trek Richtung Huayna, dann ins Hochlager und dann hoffentlich ganz nach oben. Naechsten Samstag wissen wir mehr, ich hoffe, wir koennen dann Vollzug melden… Bisher sind wir alle von Durchfall und sonstigen Uebeln verschont geblieben, wenn das so bleibt, stehen die Chancen ganz gut. Unser Bergfuehrerteam inklusive Koch haben wir heute schon weitestgehend kennengelernt, alles tolle Leute!

Bis dahin Hasta luego, amigos!
Eure Susanne und Dominik


Die große Reise naht

Noch ist alles ganz weit weg. Sowohl räumlich als auch emotional. Bevor es los geht gilt es noch einiges zu erledigen. Völlig fachfremde Sachen: DSV Theorieprüfung, noch zwei Arbeitstage… Aber in Wirklichkeit sind es nur noch drei Tage bis der Flieger startet. Die Ausrüstung liegt und steht im großen und ganzen herum und sollte jetzt allmählich mal in die Rucksäcke. Die wichtigsten Dinge sind zum Glück schon ausführlich getestet. Trotzdem ist alles noch so weit weg.
Mein Vorstellung von Bolivien und den geplanten Unternehmungen gleicht immer noch einer Karte im Maßstab 1:1.000.000