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mixed rock classics

Wer bei mixed rock classics an AC DC oder Bon Jovi denkt liegt in diesem Falle falsch, bei den Rolling Stones allerdings leider richtig. Aber fangen wir von vorne an. Etwas unvorbereitet erreicht mich Arnes Nachricht Mitte Juli: „Hast du Lust den Peuterey Integral dieses Jahr zu gehen?“ Davon träumt jeder Alpinist. Der wahrscheinlich längste Gratanstieg im gesamten Alpenraum mit Endpunkt Montblanc. Kalender gecheckt, Urlaub beantragt, Wetter sieht ganz gut aus, könnte klappen. Freitag nach der Arbeit geht’s bis auf den Furkapass. Morgens gibt es dann einen kurzen Abstecher auf die Furkahörner mit Abstieg in bestem Urner Bruch zum Rhonegletscher. Kurzes Frühstück am Auto und weiter nach Frankreich. Ich treffe mich mit Arne am Picknickplatz kurz hinter Argentiere. Lagebesprechung. Der Wetterbericht sagt in den kommenden Tagen immer wieder Gewitter für den Nachmittag voraus. Keine optimalen Voraussetzungen für Minimum 2 1/2 Tage Gratkletterei. Warten klappt auch nicht, Arne hat den nächsten Job am Donnerstag, aber er hat sich schon Gedanken gemacht. Und nun sind wir schon beim Eingangsthema:

Mixed = Frendopfeiler an der Aiguille du Midi Nordwand (D+)
Rock = Schweizerführer am Grand Capucin (ED-, 6a, A0)
Classic = Kuffnergrat auf den Mont Maudit (D)

Aiguille du midi

Aiguille du midi

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Wilde Leck Ostgrat (3.359m)

Zu Weihnachten gab’s von Susanne den Bildband „Austria Alpin – Die großen Gipfel in Österreich„. Den Schutzumschlag ziert eine ausgesetzte Kletterstelle hoch über einer Gletscherlandschaft. Ein Blick ins Buch klärt auf: „Wilde Leck Ostgrat. Scharfer Granitgrat auf steilen, hochalpinen Zahn“. Weiter im Text, „der Ostgrat der Wilden Leck ist eine der schönsten und abwechslungsreichsten Granitklettereien ihrer Art im österreichischen Alpenraum“. Öha, das klingt doch nicht schlecht. Damit man festen Granit im Stubai klettern kann, muss man erst ins Ötztal. Genauer gesagt nach Längenfeld, von da nach Gries im Sulztal und zu guter Letzt (am besten mit dem Radl) auf die Amberger Hütte.

Wilde Leck Ferner

Wilde Leck Ferner

Wetter passt, Paula ist gut versorgt. Morgens holen wir uns mittels der Räder einen kleinen Vorsprung gegenüber dem Rest raus, den wir auch bis zum Gipfel nimmer hergeben. Über dem Sulztalferner zeichnet sich der zackige Grat schon deutlich in der Morgensonne ab. Dann gehts nach rechts steil weg auf den Wilde Leck Ferner, anschließend über Schutt und Blöcken auf die Gratschneide. Was nun folgt ist Genuss pur. Immer dem Grat entlang klettern wir dem Gipfel entgegen. Die meiste Zeit am laufenden Seil, denn die Schlüsselstellen sind schnell überwunden. Für alle Nachahmer sei erwähnt, dass der komplette Grat selbst abzusichern ist. Die Risse und Köpferl schreien aber gerade nur so nach Cams und Schlingen.

Ostgrat

Ostgrat

Der Abstieg ist deutlich heikler zu bewerten. Nicht wegen der klettertechnischen Schwierigkeiten, sondern weil es hier schnell vorbei ist mit festem Granit. Schutt und wackelige Blöcke prägen das Bild. Auch läuft man unterhalb des Grats zurück und so kommen einige Brocken von oben herab, losgetreten von Seilschaften die nicht auf dem Grat geblieben, sondern zu weit in die Flanke ausgewichen sind. So sind wir dann ganz froh wieder am Einstieg zurück zu sein. Auf dem Weg zu den Radln beschäftigt uns nur der Gedanke, ob die Kühe auch ihre Finger respektive Zungen und Hufe von den selbigen gelassen haben und wir nicht die beiden Räder in Einzelteilen ins Tal zurücktragen dürfen. Die Kühe waren brav, alles ist noch funktionstüchtig. Nach einem kleinen Zwischenstopp gehts zum Auto. Jetzt zahlen sich die Räder voll aus. An dem Umstand, dass wir auf dem Heimweg eine gefühlte Ewigkeit im Stau stehen ändert das allerdings auch nix.

Kaiserliches Kaiserklettern bei Kaiserwetter

Der bisherige Sommerverlauf für Bergaktivitäten, vor allem am Wochenende, ist am besten mit dem Begriff „unbefriedigend“ zu beschreiben. In den Hochlagen liegt immer noch viel Schnee, in den Klettertouren ist es auch vielfach noch feucht. Nach Wochen Klettern in den heimischen Gefilden müssen wir dann doch mal raus. Die Vorhersagen sind wie immer nicht ganz zuverlässig, aber immerhin sieht es so aus, als ob die erste Alpine Klettertour im Jahr 2013 klappen könnte. Hundesitter organisiert, geht’s mal wieder in den Wilden Kaiser.

Treffauer (Wilder Kaiser)

Treffauer (Wilder Kaiser)

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Cinque Terre

Nachdem wie 2012 den Jahresurlaub in Ligurien haben ausklingen lassen, starten wir dieses Jahr gleich mal dort. Wir haben insgesamt 11 Tage Zeit, davon sind sieben schon fix in einem Ferienhäuschen im Hinterland von Finalborgo. Die ersten vier Tage sind noch unbestimmt. So wälzen wir Reiseführer, durchforsten das Internet, trauern noch nicht gekauften Autos hinterher. Schlussendlich entscheiden wir uns aber für Cinque Terre. Vor über zehn Jahren hat mich ein Sportkatalog mit Bildern inspiriert, die mich bis heute von dem Wunsch beseelen, diese Landschaft zu bereisen. Der Empfehlung Vieler folgend, beziehen wir unser Quartier außerhalb der fünf Orte, ein Stückchen noch vor Levante in der Gemeinde Framura: Sostio a Levante. Ein kleiner Agriturismo mit eigenem Weinberg, schöner Anlage, netten Zimmern, zuvorkommenden Service und ausgezeichneter Küche. Eine absolute Empfehlung!

Sostio a levante

Sostio a levante

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FREERIDE

„Es gibt welche, denen die Gegenwart nichts anderes ist als die eigene Vergangenheit. Das ist doch nicht Neues, lautet ihr Lieblingssatz.Oder: Das war doch alles schon mal da. Oder: Das habe ich alles schon erlebt. Zumeist merken die Menschen, die so reden gar nicht, dass sie als Gefangene ihrer Zeit, ihres Geists, ihres Zeitgeists leben. Und dass sie selbst es sind, die hinter den Gitterstäben ihrer Biographien stets das selbe bleiben, während ringsherum doch alles anders wird.

Sogar in den Bergen, deren scheinbare zeitlose Größe und Gleichgültigkeit es schwierig machen, Veränderungen wahrzunehmen. Gerade für diejenigen, die sich tagtäglich in ihnen beschäftigen. Wie etwa für den Bergbahnbetreiber, der zu mir sagte, dass es das Freeriden doch schon immer gegeben habe. Nur habe man früher eben Geländefahren gesagt, dann Variantenfahren, dann Skiplus. So nett der ältere Herr war, die Entwicklung, die seine Aufzählung beinhaltete, sah er nicht. Das jeweils andere, das sich hinter seinen Begriffen – hinter dem was er begreifen wollte – offenbarte, war ihm entgangen. Und damit auch das wesentliche.

Das, was „Free riding“ ausmacht.“

Tom Dauer „Freeride Photographs by Peter Mathis“

TH6A8627