Skitourenauftakt nach Maß – Skitour Großglockner

Mit einer astreinen Winterbegehung des Stüdlgrats pünktlich zum Winterbeginn geht die Skitourensaison los. Freitagmittag Feierabend und ab ins Ködnitztal. Angesicht der Schneearmut entlang der Strecke überlegen wir, ob wir wirklich die Skier mitnehmen sollen. Aber wir können ab dem Parklatz am Lucknerhaus mit Skiern loslaufen.
mixed rock classics

Wer bei mixed rock classics an AC DC oder Bon Jovi denkt liegt in diesem Falle falsch, bei den Rolling Stones allerdings leider richtig. Aber fangen wir von vorne an. Etwas unvorbereitet erreicht mich Arnes Nachricht Mitte Juli: „Hast du Lust den Peuterey Integral dieses Jahr zu gehen?“ Davon träumt jeder Alpinist. Der wahrscheinlich längste Gratanstieg im gesamten Alpenraum mit Endpunkt Montblanc. Kalender gecheckt, Urlaub beantragt, Wetter sieht ganz gut aus, könnte klappen. Freitag nach der Arbeit geht’s bis auf den Furkapass. Morgens gibt es dann einen kurzen Abstecher auf die Furkahörner mit Abstieg in bestem Urner Bruch zum Rhonegletscher. Kurzes Frühstück am Auto und weiter nach Frankreich. Ich treffe mich mit Arne am Picknickplatz kurz hinter Argentiere. Lagebesprechung. Der Wetterbericht sagt in den kommenden Tagen immer wieder Gewitter für den Nachmittag voraus. Keine optimalen Voraussetzungen für Minimum 2 1/2 Tage Gratkletterei. Warten klappt auch nicht, Arne hat den nächsten Job am Donnerstag, aber er hat sich schon Gedanken gemacht. Und nun sind wir schon beim Eingangsthema:
Mixed = Frendopfeiler an der Aiguille du Midi Nordwand (D+)
Rock = Schweizerführer am Grand Capucin (ED-, 6a, A0)
Classic = Kuffnergrat auf den Mont Maudit (D)
Bernina 2012

Ein Traum wird wahr! Über neun Jahre nachdem ich das erste Mal hier war, gelingt uns in diesem Jahr eine wunderschöne Durchquerung der Bernina. Am Samstag laufen wir mal wieder auf die Tschiervahütte. Ich wäre so gerne auch mal mit der Pferdekutsche ins Val Roseg gefahren, aber leider ist sie schon bis zum letzten Platz belegt. Bevor wir uns eine Stunde in Pontresina rumtreiben, können wir aber doch auch gleich laufen. Kurz nach der Abzweigung haben wir die Kutschenfahrer auch schon wieder eingeholt, zeitlich rechnet sich das also nicht.

Piz Scerscen
Seilschaftscoaching in Chamonix

Nach dem heimischen und immer wieder schönen Kaiser geht´s wenige Tage später raus in die große Welt – Chamonix ruft. Wird ja langsam mal Zeit, auch die Westalpen ein bisschen zu erkunden. Gletscher, die bis in den Wald hinunterreichen und zahme, dickgefütterte Steinböcke reichen schon für erste Verzückung.
Am Col de Montets warte ich bei einem Eis gemütlich auf Birgit und dann geht´s erstmals hinunter ins legendäre Alpendörflein. Birgit war schön öfter in der Gegend, kennt aber bislang auch nur die schnellste Strecke den „Toutes directions“-Schildern nach, hat also auch noch keinen Fuß auf Chamonixer Boden gesetzt. Nun starten wir die erste Erkundungstour durch die Fußgängerzone. Nach einer Nacht am Col de Montets in Birgits komfortablen VW-Bus geht´s am nächsten Morgen wieder runter zur Aiguilles du Midi-Bahn. Dort treffen wir auf Tom, unseren Bergführer, der die nächsten Tage die Rolle des Coachs (und Jokers) einnehmen wird und sorgsam überwacht, was wir auf Tour so treiben. (Was zuweilen wohl deutlich mehr Geduld und Nerven erfordert, als uns am Seil hinterherzuschleifen, und nebenbei auch etwas länger dauert…)
Von der Aiguilles du Midi geht´s auch gleich mit der ersten Traumtour, dem Arête des Cosmiques, los. Am Grat sind wir fast alleine unterwegs, laufen nur an der Schlüsselstelle mal kurz auf die Dreier-Seilschaft vor uns auf. Ansonsten niemand vor und niemand hinter uns, also die Gelegenheit, das ganze in vollen Zügen zu genießen. Purer Genuss – fast schon ein bisschen schnell ist´s vorbei und wir finden uns über die Treppe auf der Aussichtsplattform wieder.
Too much snow in june

Es gießt in Strömen, typisches Juniwetter, wie auch in den letzten Jahren. Was mir die Gartenarbeit verleidet, selbigem aber ganz gut tut, kommt in den Bergen aber als Weiß vom Himmel. Richtung Ende der Woche ist aber Besserung in Sicht. Sowieso die einzige Möglichkeit in den kommenden Wochen etwas gemeinsam zu unternehmen. So werden Termine verschoben oder abgesagt, um eine der beliebtesten Nordwände in Angriff zu nehmen: die Hochfeiler-Nordwand.
Piz Roseg – Val di Mello
„Ah, in die Berge fahren Sie. Zum Wandern?“
“ So ungefähr.“
“ So von Hütte zu Hütte?“
„Ja, genau“.
Der Plan sieht vor, von Pontresina zur Tschiervahütte, von dort über den Biancograt zum Refugio Marco e Rosa zu wandern. Anschließend weiter über die Bellavista und den Piz Palü zur Diavolezza. Dann noch eine kurze Bimlbahnfahrt zurück nach Pontresina. Kein schlechter Plan für einen Wanderausflug.

Roseg
Ostalpenklassiker
Drei Wünsche auf ein Mal erfüllt bekommen. Das klappt doch sonst nur bei der Kinderüberraschung. Aber dieses Mal auch bei uns.
1. Wunsch: Arnes Hochzeitgeschenk einlösen
2. Wunsch: letzter Reality– und Ausrüstungs-Check vor Bolivien
3. Wunsch: zwei Klassiker der Ostalpen abhaken
Quergang (VI)
4.000er im Wallis
Nach einer kurzen Nacht geht es am Sonntag in Richtung Westalpen. Über Oberalp und Furkapass erreichen wir abends Saas-Fee. Klaus, der schon vor uns von München aufgebrochen ist, empfängt uns. Zusammen mit drei weiteren Gästen und unserem Bergführer David brechen wir am Montagnachmittag zur Längflueh auf. Beim Aufstieg verschlechtert sich das Wetter und die Sicht auf die umliegenden 4.000er bleibt uns vorerst verwehrt. Gleiches gilt auch für unseren ersten Gipfel, den wir am Dienstag in Angriff nehmen, das Allalinhorn. Stundenlang durch Nebel und Schneegraupel gestapft, aber zumindest mit der Gewissheit wieder in der Hütte angekommen, dass die Höhe in den nächsten Tagen kein Problem darstellen sollte.

Aufstieg Allalin
Großglockner (3.798m)
Nach ein paar sehr entspannenden Tagen am Gardasee, wollten wir noch den Großglockner besteigen. Allerdings waren uns weder das Wetter noch die Gletscherspalten wohl gesonnen.


